25. September 2010
Man musste Angst um Copa haben, denn etwas Dunkles zog am Horizont heran und legte einen kaum zu durchdringenden Schleier um das kleine Copa-Schiff.
Als sich der Himmel wieder lichtete, war Andre – der große Mann hinter den Zahlen, der Steuermann des Copa-Kutters – plötzlich verschwunden. Dunkle Mächte schienen ihn von seinem angestammten Platz auf der Brücke weggesaugt und in ein fernes Universum gespuckt zu haben. Quälende Tage ohne eine Nachricht von ihm. Sogar sein chinesischer Ableger Eliot war verschwunden. Es waren dramatische Stunden auf dem nun kopf- und führungslosen Kahn. Selbst die Offiziere, Kartenleser und Hexen an Bord wussten nicht wie es weitergehen soll. PANIK VERMEIDEN – das war das einzige Gebot das galt. Lasset die Copa-Gläubigen in Unwissenheit und fanget an zu beten.
Aber die Tage ronnen dahin, die gerade frisch entbundene Copa-WM fiel über Bord, einige kämpften mit ihren Tränen. Es sah alles nach einem zweiten Supergau aus, nach einem irreparablen GM-Leck an der Hülle des Schiffes, das über kurz oder lang zum Untergang führen würde. War dies das Ende des so stolzen Schiffes? Nein, denn Andre fand über die sieben Berge, dank der sieben Zwerge und einer gehörigen Portion von Omas Apfelkuchen wieder zurück, entkräftet, ungewaschen – sicherlich! Aber er war wieder da – the return of the Mack, sozusagen. Mit der Routine eines verkappten Bit-und-Byte-Superhelden rettete er den Kutter vor größeren Unruhen, lenkte ihn in ruhigeres Fahrwasser und versprach alsbald die Copa-WM wieder aus dem Wasser zu fischen. Was für ein Kerl.
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5. September 2010
Vergangenen Freitag war es endlich soweit. Der Doktor allen Anfangs, der Professor des Auftakts namens Mister Startschuss erschien, wackelte kurz mit der unteren Flanke ehe er voller Vitalität losröhrte – wie gewohnt um 19 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, wie sich versteht. Damit versetzte er von einem Moment auf den nächsten die Gemeinde des virtuellen Balles wieder in Freude und brachte so manch müden Körper in Wallung. Nur warum eigentlich?
Es war einer dieser Sommerabende, an denen man den herannahenden kühlen Windzug des Herbstes schon erahnen konnte. Einer dieser Abende an denen alles nach einem kühlen Bier und einer Funkverbindung zum word-wide-web schrie. Was braucht man da mehr, als ein paar bekannte Gesichter im Forum, ein paar gelungene Tipps und ein, zwei lauwarme Worte für die unterlegene Konkurrenz? Wahrlich nicht viel. Copa läuft. Läuft wieder, läuft immer besser, läuft diese Saison gar mit WM-Takter unter der Haube.
In Sambia fanden (mal wieder) 100% der Tipps ihr Ziel – mindestens V8, würde ich sagen. Copaweit immerhin gut 91% - ausbaufähiges Familienmodel, aber solide, denn immerhin war es einer dieser Sommerabende mit Bier und Internet… aber das hatten wir ja schon. Nun gilt es den Blick gen naher Zukunft zu wenden. Können wir unsere 100%-ZAT-Beteiligung halten? Wie wird die Copa-WM für Sambia und die anderen afrikanischen Länder laufen? Und warum ist der Senegal eigentlich die perfekte Brutstätte für Leibeigene? Dazu mehr in den nächsten Wochen.
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26. August 2010
00011100101001 – Am Anfang war die Zahl, dann kam das Taktieren und zum Schluss das Wort. Die Evolution der Abhängigkeit, die DNA der Copa-Selbstdressur. Nur, welche Codierungen liegen in ihr verborgen? Welcher Typ Copa-Spieler bin ich und warum kein anderer? Verfolge ich ein höheres Ziel, habe ich intendierte Absichten oder schwimme ich nur mit? Ist es Bedürfnis, Zwang, Befriedigung? Gibt es zwischen den Begriffen überhaupt klare Grenzen?
Ohne Zweifel, es sind viele Fragen die sich mir stellen. Fragen, denen ich hier nach und nach versuche Antworten abzuringen. Warum suche ich beispielsweise in staubigen Tipps der Vergangenheit nach Taktik-Antworten auf Fragen, die möglicherweise gar keine sind, da sie mein Gegenüber nicht kennt? Warum ist eine Eins mehr als eine Fünf und wieso sind Zweien mal verpönt und mal das Maß aller Dinge? Ohne Zweifel, ich befinde mich in der Logik der Copa-Welt. Nur, was hat mich dazu gebracht soviel Gedanken über Tippmuster zu generieren? Was hat mich dazu veranlasst, mich über eine ungeahnte Abweichung der Tipp-Matrix meines Gegners zu ärgern, ihm gar Fehlverhalten, Dummheit oder einfach fehlende taktische Klasse zu unterstellen? Habe ich mich etwa unbewusst den tieferliegenden, kaum greifbaren Prinzipien des Copa-Systems unterworfen? Bin ich nun Woche für Woche auf der Suche nach einem Schlüssel, der mir die Möglichkeit bietet Selbstbestätigung zu finden und gleichzeitig auch die Gefahr offeriert, Gegenteiliges zu bewirken? Welche Sucht lenkt meine Gedanken? Welch magische Hand mein Treiben. Und warum schreibe ich überhaupt jede Woche Artikel? Was steckt hinter dieser merkwürdigen Offenbarung unsinniger Gedankengänge? Bedürfnis, Zwang, Befriedigung? Dazu will ich hier eine Suche nach Prinzipien, Strategien und psychologischen Beweggründen eröffnen. Beiträge, Nachfragen, Zweifel, Positionen, Argumente oder Thesen sind gerne gesehen.
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22. August 2010
Der Inquisitor-Chefredakteur Abenteuer hat es dank mühseliger, langjähriger und beschwerlicher Arbeiten des Fußvolkes endlich geschafft sich den Weg ins große virtuelle Netz der Nichtigkeiten zu bahnen. In Zukunft finden sich hier somit sinnige, unsinnige und sinnfreie Beiträge zu Copa-Sambia, der afrikanischen Konkurrenz und der eigenen kleinen Kolumnistenbefindlichkeit. Kommentare erwünscht!
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